Marken- und Wettbewerbsrecht

Abmahnung im Markenrecht: Wie reagiere ich richtig?

Was tun bei einer markenrechtlichen Abmahnung?
Dr. Sener Dincer

Eine markenrechtliche Abmahnung ist für viele Unternehmen der erste Schockmoment – doch oft folgt die wahre finanzielle Gefahr erst danach: Einstweilige Verfügung, Unterlassungsklage, hohe Anwaltskosten. Schnell summieren sich die Beträge auf fünfstellige Summen. Doch ist jede Forderung gerechtfertigt? Und wie kann man sich effektiv dagegen wehren?

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Inhaltsverzeichnis

Markenrechtliche Abmahnung erhalten? Das müssen Sie jetzt tun.

Eine Abmahnung im Markenrecht ist das häufigste Mittel, mit dem Markeninhaber ihre Ansprüche durchsetzen, wenn sie eine Verletzung ihrer Rechte sehen. Ziel ist es,  dem Abgemahnten die Möglichkeit zu geben, den Streit außergerichtlich beizulegen, bevor es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommt– etwa durch eine einstweilige Verfügung oder eine Unterlassungsklage. Doch für viele Unternehmen kommt eine solche Abmahnung überraschend – insbesondere wegen der oft hohen Anwaltskosten, die schnell in den mittleren vierstelligen Bereich gehen können. Und dann stellt sich natürlich die Frage: Sind die gegen mich geltend gemachten Aufforderungen und Ansprüche denn überhaupt begründet?

Das Wichtigste in dieser Situation: Bewahren Sie Ruhe.

Nicht jede Abmahnung ist berechtigt, und häufig sind die geforderten Anwaltskosten überzogen. Eine unüberlegte Reaktion – etwa die Vorschlage Abgabe einer Unterlassungserklärung – kann langfristig schwerwiegende Folgen haben. Es kann passieren, dass Sie erneut in die Falle einer abgegebenen Unterlassungerserklärung tappen und dann sind die Verteidigungsmöglichkeiten deutlich begrenzter. Daher ist es essenziell, die Abmahnung sorgfältig prüfen zu lassen und eine fundierte Strategie zur Verteidigung zu entwickeln.

Ein erfahrener Anwalt für Markenrecht kann einschätzen, ob die Forderungen gerechtfertigt sind und welche Maßnahmen sinnvoll sind – sei es eine Verhandlung über die Abmahnung, eine Modifizierung der Unterlassungserklärung oder eine gerichtliche Auseinandersetzung.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was genau eine markenrechtliche Abmahnung ist und welche Konsequenzen drohen.
  • Wie Sie auf eine Abmahnung richtig reagieren und was Sie vermeiden sollten.
  • Welche Rolle eine Unterlassungserklärung spielt und warum Sie diese prüfen lassen sollten.
  • Wie ein spezialisierter Anwalt für Markenrecht Sie unterstützen kann.
  • Welche Kosten bei einer markenrechtlichen Auseinandersetzung entstehen können.

Markenrechtliche Abmahnung: Was steckt dahinter?

Eine markenrechtliche Abmahnung ist eine außergerichtliche Aufforderung, eine angebliche Markenrechtsverletzung sofort zu unterlassen. Sie dient dazu, Streitigkeiten ohne langwierige Gerichtsverfahren zu klären – für den Empfänger kann sie jedoch erhebliche finanzielle und rechtliche Folgen haben.

Wie wird eine markenrechtliche Abmahnung zugestellt?

Grundsätzlich gibt es keine festen Formvorgaben für eine Abmahnung im Markenrecht. Sie kann mündlich, per E-Mail, Fax oder Brief erfolgen. In den meisten Fällen wird sie jedoch schriftlich zugestellt, da dies dem Abmahnenden als Beweismittel dient.

Die Struktur einer markenrechtlichen Abmahnung – Worauf Unternehmen achten müssen

Markenrechtliche Abmahnungen folgen meist einem bestimmten Muster. Sie enthalten nicht nur den Vorwurf einer Markenrechtsverletzung, sondern verbinden diesen mit konkreten Forderungen. Für Unternehmen, die eine solche Abmahnung erhalten, ist es wichtig, die Struktur und Zielsetzung dieses Schreibens zu verstehen, um angemessen darauf reagieren zu können.

1. Darstellung des Sachverhalts

Der erste Abschnitt der Abmahnung beschreibt ausführlich, warum der Markeninhaber eine Rechtsverletzung sieht. Dabei werden in der Regel folgende Aspekte thematisiert:

  • Welche Marke betroffen ist – Es wird dargelegt, ob es sich um eine geschützte Wortmarke, Bildmarke oder eine Kombination handelt.
  • Wie die Verletzung erfolgt sein soll – Das kann die Nutzung einer ähnlichen Bezeichnung, eines verwechslungsfähigen Logos oder einer nachgeahmten Produktgestaltung sein.
  • Warum eine Verwechslungsgefahr besteht – Der Abmahner argumentiert, dass das beanstandete Verhalten dazu führt, dass Kunden getäuscht werden oder die Marke an Wert verliert.

2. Aufforderung zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung

Ein zentraler Bestandteil jeder Abmahnung ist die Forderung nach einer strafbewehrten Unterlassungserklärung. Dadurch soll sichergestellt werden, dass sich der Abgemahnte verpflichtet, die angebliche Markenverletzung künftig zu unterlassen.

  • Warum wird eine Unterlassungserklärung verlangt? Die Wiederholungsgefahr wird im Markenrecht automatisch angenommen, wenn der Verletzer eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgibt. Ohne eine rechtlich bindende Erklärung wird unterstellt, dass der Verstoß erneut auftreten könnte.
  • Was bedeutet „strafbewehrt“? Die Erklärung enthält in der Regel eine Vertragsstrafenklausel, die besagt, dass bei einem erneuten Verstoß eine hohe Geldstrafe fällig wird. Dies soll als Abschreckung dienen.

Achtung: Die beigefügte Unterlassungserklärung ist häufig zu weitreichend und kann den unternehmerischen Spielraum erheblich einschränken.

3. Vorformulierte Unterlassungserklärung – Hohe Risiken für den Abgemahnten

Fast immer liegt der Abmahnung eine fertige Unterlassungserklärung bei, die der Empfänger unterzeichnen soll. Doch diese enthält oft Fallstricke:

  • Zu weit gefasste Verpflichtungen – Viele Erklärungen sind so formuliert, dass sie nicht nur den konkreten Vorwurf betreffen, sondern auch ähnliche oder künftige Handlungen pauschal verbieten.
  • Überhöhte Vertragsstrafen – Die festgelegten Strafen für Verstöße sind oft unverhältnismäßig hoch und können bereits bei kleinsten Vergehen erhebliche finanzielle Folgen haben.
  • Langfristige Bindung – Eine einmal abgegebene Unterlassungserklärung kann Jahrzehnte gültig sein. Eine Unachtsamkeit in der Zukunft kann also schnell zu einer kostspieligen Vertragsstrafe führen.

4. Weitere Forderungen der Abmahnung

Neben der Unterlassungserklärung enthalten viele Abmahnungen zusätzliche Forderungen, die finanziell schwer wiegen können:

  • Forderung nach Auskunftserteilung – Der Abgemahnte soll darlegen, wann, wo und in welchem Umfang die beanstandete Marke genutzt wurde. Dies dient als Grundlage für mögliche Schadensersatzansprüche.
  • Ersatz der Abmahnkosten – Die Abmahner verlangen oft die Übernahme der Anwaltskosten, die sich am Gegenstandswert der Sache orientieren. Dieser wird häufig hoch angesetzt, um die Gebühren zu maximieren.
  • Schadensersatzforderungen – Neben den Kosten für die Abmahnung kann der Markeninhaber Lizenzgebühren oder entgangene Gewinne geltend machen. Die Berechnung erfolgt häufig über die sogenannte Lizenzanalogie – also die Frage, was der Abgemahnte für eine Markenlizenz hätte zahlen müssen.

Kann ich eine markenrechtliche Abmahnung einfach ignorieren?

Nein – das wäre ein schwerer Fehler! Eine markenrechtliche Abmahnung gehört keinesfalls in den Papierkorb. Sie ist ein rechtliches Instrument, das ernst genommen werden muss. Wer die Abmahnung ignoriert, riskiert teure Folgeschritte, wie eine einstweilige Verfügung oder eine Unterlassungsklage. Diese führen meist zu noch höheren Kosten und rechtlichen Nachteilen.

Muss ich also sofort unterschreiben?

Auf keinen Fall! Auch wenn die gesetzten Fristen oft sehr knapp sind, sollten Sie nicht überstürzt handeln. Eine vorschnelle Unterschrift kann weitreichende Konsequenzen haben, da eine standardmäßige Unterlassungserklärung oft zu strenge Bedingungen enthält. Dennoch wird Ihnen dringend geraten, die in der Abmahnung gesetzte Frist nicht zu ignorieren, denn sonst drohen Ihnen gerichtliche Schritte, die vermeidbar sein können. Eine rechtliche Prüfung durch einen erfahrenen Anwalt ist dringend ratsam, bevor Sie irgendeine Verpflichtung eingehen.

Abmahnung im Markenrecht: Was sollte ich tun?

Eine Abmahnung kann aus verschiedenen Gründen unberechtigt oder überzogen sein. Daher sollte sie stets kritisch geprüft werden, bevor auf die Forderungen eingegangen wird.

  1. Fristen im Blick behalten
    Die meisten Abmahnungen setzen eine kurze Frist für die Abgabe der Unterlassungserklärung – oft nur wenige Tage. Doch auch wenn der Zeitdruck groß ist, sollte keine überstürzte Entscheidung getroffen werden. Ignorieren ist allerdings ebenfalls keine Option, da dies zu einer einstweiligen Verfügung oder Klage führen kann.
  2. Rechtliche Prüfung einholen
    Nicht jede Abmahnung ist berechtigt. Ein erfahrener Anwalt für Markenrecht kann einschätzen, ob tatsächlich eine Markenrechtsverletzung vorliegt und ob die geltend gemachten Forderungen angemessen sind. Zudem prüft er, ob die Abmahnung formale Fehler enthält, die sie angreifbar machen.
  3. Unterlassungserklärung nicht ungeprüft unterschreiben
    In fast jeder Abmahnung liegt eine vorformulierte Unterlassungserklärung bei. Doch diese ist häufig zu weitreichend oder enthält unverhältnismäßige Vertragsstrafen. Eine modifizierte Unterlassungserklärung kann oft eine sinnvolle Alternative sein, um die Risiken für das Unternehmen zu minimieren.
  4. Verhandlungen über Schadensersatz und Kosten führen
    Viele Abmahnungen enthalten hohe Forderungen für Anwaltskosten und Schadensersatz. Hier besteht Verhandlungsspielraum – ein Anwalt kann prüfen, ob die geforderten Beträge angemessen sind und gegebenenfalls eine Reduzierung erreichen.
  5. Möglichkeiten einer gerichtlichen Auseinandersetzung abwägen
    Falls eine außergerichtliche Einigung nicht möglich ist, kann eine Verteidigung gegen eine Unterlassungsklage oder eine einstweilige Verfügung nötig sein. Auch hier ist eine frühzeitige rechtliche Beratung entscheidend, um gerichtliche Risiken und Kosten zu minimieren.

Welche Fehler vermieden werden sollten oder anders gesagt: Was sollte ich nicht tun?

Der Umgang mit einer markenrechtlichen Abmahnung erfordert Fingerspitzengefühl. Einige Fehler können zu unnötig hohen Kosten oder langfristigen rechtlichen Nachteilen führen:

🚫 Panikreaktionen – Eine vorschnelle Unterschrift unter die Unterlassungserklärung kann Sie über Jahre hinweg binden.
🚫 Ignorieren der Abmahnung – Wer nicht reagiert, riskiert eine gerichtliche Verfügung mit noch höheren Kosten.
🚫 Selbstständige Kontaktaufnahme mit der Gegenseite – Ohne juristisches Fachwissen kann dies nachteilig sein, da Abmahner oft strategisch vorgehen.
🚫 Falsche Annahmen zur Rechtslage – Nicht jede Abmahnung ist berechtigt, aber auch nicht jede ist unbegründet. Eine fundierte Prüfung durch einen Anwalt für Markenrecht ist unerlässlich.

Rechtliche Verfahren & Kosten im Markenrecht – Worauf Unternehmen vorbereitet sein müssen

Markenrechtsstreitigkeiten sind für Unternehmen eine ernsthafte Herausforderung. Eine Abmahnung ist oft erst der Anfang – drohen einstweilige Verfügungen oder gar eine Unterlassungsklage, können die finanziellen und geschäftlichen Risiken erheblich sein. Wer hier unüberlegt handelt, setzt nicht nur sein Kapital, sondern auch seine unternehmerische Zukunft aufs Spiel.

Doch die gute Nachricht: Mit der richtigen Strategie lassen sich Kosten senken, Prozesse optimieren und unnötige Rechtsstreitigkeiten vermeiden. Dieser Artikel zeigt, worauf Unternehmen achten müssen – und warum schnelles, aber besonnenes Handeln entscheidend ist.

Einstweilige Verfügung im Markenrecht – Plötzlicher Stillstand für Ihr Geschäft

Eine einstweilige Verfügung ist eine der schärfsten Maßnahmen im Markenrecht. Sie ermöglicht es Markeninhabern, eine sofortige gerichtliche Unterlassung durchzusetzen – oft ohne Vorwarnung.

Die Gefahr: Das betroffene Unternehmen darf die Marke oder das strittige Zeichen mit sofortiger Wirkung nicht mehr verwenden. Das kann bedeuten:

  • Produktverkäufe müssen gestoppt werden.
  • Online-Shops oder Werbekampagnen müssen abrupt eingestellt werden.
  • Es drohen hohe Geldzahlungen bei Missachtung.

Die Lösung: Wer eine einstweilige Verfügung erhält, muss schnell reagieren. Ein Anwalt für Markenrecht kann prüfen, ob eine Verteidigung Erfolg haben könnte oder ob eine Verhandlung mit dem Markeninhaber sinnvoll ist.

Unterlassungsklage bei Markenverletzung – Teurer Rechtsstreit oder strategische Lösung?

Gibt der Abgemahnte keine Unterlassungserklärung ab oder wehrt sich gegen die Vorwürfe, folgt oft die nächste Eskalationsstufe: Die Unterlassungsklage.

Risiken für Unternehmen:

  • Hohe Prozesskosten und lange Verfahrensdauer.
  • Möglicher Schadensersatzanspruch des Markeninhabers.
  • Zusätzliche finanzielle Belastungen durch eigene und gegnerische Anwaltskosten.

Strategie statt Panik: Ein erfahrener Markenrechtsanwalt kann frühzeitig bewerten, ob eine Verteidigung Sinn macht oder ein Vergleich die wirtschaftlich klügere Entscheidung ist. Wer strategisch verhandelt, kann oft teure Gerichtsverfahren vermeiden.

Anwaltskosten im Markenrechtsstreit – Was wirklich auf Sie zukommt

Viele Unternehmen unterschätzen die finanziellen Risiken einer markenrechtlichen Auseinandersetzung. Die Anwalts- und Gerichtskosten hängen maßgeblich vom Streitwert ab – und dieser liegt im Markenrecht oft bei 50.000 Euro, 100.000 Euro oder mehr.

Das bedeutet jedoch nicht, dass dieser Betrag direkt als Gerichts- oder Anwaltskosten zu zahlen ist. Vielmehr werden die tatsächlichen Kosten auf Basis dieses Streitwerts nach der Vergütungstabelle des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG) berechnet.

Was bedeutet das konkret?

  • Je höher der Streitwert, desto teurer das Verfahren.
  • Hohe Gegenstandswerte führen zu entsprechend hohen Anwaltsgebühren.
  • Ohne professionelle Strategie kann ein Verfahren schnell fünfstellige Summen kosten.

Gegenstandswert einer Abmahnung – Warum er oft zu hoch angesetzt wird

Der Gegenstandswert einer markenrechtlichen Abmahnung ist kein Zufallswert – er wird bewusst hoch angesetzt, um den Abgemahnten unter Druck zu setzen.

Wichtige Fakten:

  • Der Gegenstandswert bestimmt die Höhe der Anwalts- und Gerichtskosten.
  • Viele Abmahner setzen ihn bewusst überhöht an, um maximalen finanziellen Druck aufzubauen.
  • Eine außergerichtliche Einigung oder eine Herabsetzung des Streitwerts kann helfen, finanzielle Belastungen zu minimieren. Ein Anwalt mit Markenrechtsexpertise kann genau hier ansetzen.

Fazit: Markenrechtsverfahren müssen kein finanzielles Fiasko sein – Mit der richtigen Strategie lassen sich Risiken minimieren

Ob Abmahnung, einstweilige Verfügung oder Unterlassungsklage – Unternehmen, die proaktiv und mit klarem Plan agieren, können hohe Kosten vermeiden und geschäftliche Risiken reduzieren.

💡 Unsere Empfehlung: Warten Sie nicht, bis es zu spät ist. Lassen Sie eine Abmahnung oder Klagedrohung sofort prüfen, bevor aus einem Brief ein teures Gerichtsverfahren wird.

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